Die Eventreihe „Zukunftswerkstatt Südtirol“ der Handelskammer Bozen steht dieses Jahr unter dem Motto „Starke Frauen – starke Betriebe: Vereinbarkeit als Erfolgsfaktor“. Das zweite Treffen fand kürzlich in der Schlosserei Schwärzer in Gais statt und widmete sich der Frage, wie sich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Südtirol verbessern lässt, damit gut ausgebildete Frauen ihr Potenzial stärker in die Arbeitswelt einbringen können.
Im Bild von links nach rechts: WIFO-Direktor Georg Lun; Luca Filippi, Vizegeneralsekretär der Handelskammer Bozen; Annemarie Kaser, Vorsitzende des Beirats zur Förderung des weiblichen Unternehmertums; Margit Schwärzer, Geschäftsführerin der Schlosserei Schwärzer; Dana Müller; Leiterin des Forschungsdatenzentrums im Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Nürnberg; Handelskammerpräsident Michl Ebner und WIFO-Mitarbeiter Thomas Schatzer.
„Die Sicherung von Fachkräften zählt zu den zentralen Zukunftsaufgaben unserer Wirtschaft. Unternehmen, die familienfreundliche Rahmenbedingungen schaffen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf aktiv fördern, stärken ihre Attraktivität als Arbeitgeber. Gleichzeitig schaffen sie wichtige Voraussetzungen, um qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig an den Betrieb zu binden“, unterstrich Handelskammerpräsident Michl Ebner zu Beginn des Events.
„Immer mehr Frauen übernehmen Verantwortung in Unternehmen, auch in Branchen, die lange Zeit als klassische Männerdomänen galten. Um dieses Potenzial noch weiter zu fördern, braucht es Rahmenbedingungen, die die Vereinbarkeit von beruflicher Verantwortung und familiären Aufgaben erleichtern und Frauen dabei unterstützen, Führungsaufgaben zu übernehmen oder den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen“, ergänzte Margit Schwärzer, Geschäftsführerin der Schlosserei Schwärzer.
Thomas Schatzer vom WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen referierte über die aktuelle Situation der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Betreuungs- und Pflegearbeit wird in Südtirol nach wie vor überwiegend von Frauen geleistet, was sich in einer höheren Teilzeitquote widerspiegelt. Für Unternehmen ist es daher wichtig, Arbeitsmodelle zu schaffen, die eine bessere Vereinbarkeit ermöglichen. In diesem Zusammenhang stellte er das „audit familieundberuf“ vor, eine gemeinsame Initiative der Handelskammer Bozen und der Familienagentur des Landes Südtirol zur Förderung einer familienfreundlichen Personalpolitik in Betrieben.
Anschließend betonte Annemarie Kaser, Vorsitzende des Beirats zur Förderung des weiblichen Unternehmertums der Handelskammer Bozen, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als strategisches Thema in den Unternehmen verankert werden müsse. Entscheidend sei eine Unternehmenskultur, die flexible Lösungen ermöglicht. Die Vereinbarkeit betrifft dabei nicht nur Frauen, sondern ist eine gemeinsame Aufgabe von Unternehmen, Politik und Gesellschaft.
Dana Müller, Leiterin des Forschungsdatenzentrums im Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg, hielt den Impulsvortrag „Familienfreundliche Maßnahmen: Karrieren fördern und Mitarbeitende binden“. Die in Deutschland gesammelten Erfahrungen zeigen, dass familienfreundliche Maßnahmen in Betrieben zu einem schnelleren Wiedereinstieg von Müttern ins Berufsleben beitragen, die Wahrscheinlichkeit von Arbeitgeberwechseln reduzieren und die Inanspruchnahme von Elternzeit durch Väter erhöhen. Darüber hinaus hob sie die zentrale Rolle der Führungskräfte bei der erfolgreichen Umsetzung solcher Maßnahmen hervor.
Eventreihe "Zukunftswerkstatt Südtirol":
Die Abschlussveranstaltung der Eventreihe Zukunftswerkstatt Südtirol 2026 findet am Mittwoch, 22. Juli 2026 um 18 Uhr bei den Roner Brennereien in Tramin statt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine
Anmeldung ist erforderlich.